Kundenkarte in Apple Wallet und Google Wallet: so erstellst du sie

Aktualisiert am 29. Oktober 2026

Plastikkarten im Portemonnaie werden weniger, das Handy ist immer dabei. Deshalb wandert auch die Kundenkarte dorthin, wo schon Bordkarte, Konzertticket und Bankkarte liegen: in Apple Wallet oder Google Wallet.

Dieser Ratgeber richtet sich an Betriebe wie Cafés, Bäckereien, Friseure und Läden, die ihren Gästen eine eigene Karte geben wollen. Du erfährst, was ein Wallet-Pass eigentlich ist, warum Gäste ihn leichter annehmen als eine App, wie du eine Apple-Wallet-Karte und eine Google-Wallet-Karte erstellst und was beim Datenschutz wichtig ist.

Was ist eine Kundenkarte in der Wallet?

Eine Wallet-Kundenkarte ist eine kleine digitale Karte, die in der Wallet-App des Handys gespeichert wird. Apple nennt sie „Pass“, Google spricht bei Treuekarten von „Loyalty Cards“. Für den Gast sieht sie aus wie eine Karte mit deinem Logo, deinen Farben und einem QR-Code.

Technisch ist ein Wallet-Pass keine App, sondern ein Datensatz mit Texten, Bildern und einem Code, den Apple oder Google darstellt. Er läuft nicht im Hintergrund und kann keine anderen Daten auf dem Handy lesen. Der Aussteller, also dein Betrieb oder dein Dienstleister, kann die Karte aber nachträglich ändern, etwa wenn ein Stempel dazukommt. Deshalb eignet sie sich gut für Stempelkarten, Bonuskarten und Mitgliedskarten.

Die Entwicklerunterlagen dazu sind öffentlich: Apple beschreibt Wallet-Pässe in der Dokumentation zu Wallet Passes, Google in der Dokumentation zur Google Wallet API.

Warum Gäste eine Wallet-Karte eher annehmen als eine App

Eine Wallet-Karte ist für den Gast der kleinste mögliche Schritt: kein Download, kein Konto, kein Passwort. Bei einer App ist jeder dieser Schritte eine Stelle, an der jemand abbricht.

  • Schon installiert: Apple Wallet ist auf jedem iPhone vorhanden, Google Wallet auf vielen Android-Handys, sonst gibt es sie im Play Store.
  • Kein Konto: Der Gast muss sich kein weiteres Passwort merken.
  • Kein Speicherplatz, keine Updates: Die Karte ist klein und aktualisiert sich selbst.
  • Immer griffbereit: Die Wallet öffnet sich schnell, die Karte liegt neben anderen Karten, die man ohnehin nutzt.
  • Leicht wieder loszuwerden: Wer nicht mehr will, löscht die Karte mit zwei Tipps. Das senkt die Hemmschwelle, sie überhaupt anzulegen.

Für dich hat die Wallet-Karte einen weiteren Vorteil gegenüber Papier und Kassensystem: Sie liegt sichtbar im Handy des Gastes und kann sich melden, zum Beispiel wenn die Prämie wartet. Ein Treueprogramm in der Kasse sieht der Gast dagegen nur, wenn er danach fragt.

Apple Wallet Karte erstellen: die zwei Wege

Du kannst eine Wallet-Karte selbst technisch umsetzen oder einen Dienst nutzen. Der Eigenbau lohnt sich vor allem für Unternehmen mit eigener Entwicklungsabteilung, für einzelne Betriebe ist ein Dienst meist der realistische Weg.

Weg 1: Selbst entwickeln

Für Apple Wallet brauchst du eine Mitgliedschaft im Apple Developer Program, die Apple jährlich berechnet. Damit legst du eine sogenannte Pass Type ID an und erstellst ein Zertifikat, mit dem jede Karte signiert wird.

  1. Pass Type ID und Zertifikat im Apple-Entwicklerkonto anlegen.
  2. Die Karte als Paket bauen: eine Beschreibungsdatei mit Texten und Farben, Bilder wie Logo und Stempelleiste, eine Prüfsummenliste und eine Signatur.
  3. Einen eigenen Server betreiben, bei dem sich die Handys für Änderungen anmelden.
  4. Bei jedem neuen Stempel eine Push-Mitteilung über Apples Dienst schicken, damit das Handy die neue Version der Karte abholt.

Für Google Wallet brauchst du ein Ausstellerkonto in der Google Pay & Wallet Console und ein Dienstkonto bei Google Cloud. Du legst eine Kartenklasse an, die das Design beschreibt, und für jeden Gast ein eigenes Kartenobjekt. Gespeichert wird die Karte über einen signierten Link „In Google Wallet speichern“. Bevor echte Kunden die Karte nutzen können, gibt Google das Ausstellerkonto für die Veröffentlichung frei.

Weg 2: Einen Dienst nutzen

Ein Dienst übernimmt Zertifikate, Server und die Verbindung zu Apple und Google. Du gestaltest die Karte in einem Editor und bekommst einen QR-Code, über den Gäste sie speichern. Stempelkarl ist so ein Dienst, spezialisiert auf Stempelkarten: Du wählst Farben, Logo, ein Stempel-Symbol oder dein Logo als Stempel, die Zahl der Stempel und die Prämie, die Karte erscheint dann für iPhone und Android.

Selbst entwickelnDienst nutzen
EntwicklerkontenApple und Google, selbst verwaltetnicht nötig
Zertifikate und Schlüsselselbst erstellen und erneuernübernimmt der Dienst
Eigener Server für Updatesjanein
Stempeln an der Thekeselbst bauenmeist QR-Scan oder NFC-Stempel inklusive
Nachrichten an Gästeselbst bauen, Einwilligung selbst verwaltenmeist eingebaut
StartzeitWochen bis Monateoft am selben Tag

Egal, welchen Weg du gehst: Teste die Karte auf einem iPhone und auf einem Android-Handy, bevor du sie an der Theke anbietest. Farben, Logo und Texte wirken auf beiden Plattformen leicht unterschiedlich.

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Was der Gast von der Wallet-Kundenkarte sieht

Der Gast sieht vorne die Karte mit Logo, Name und Fortschritt und auf der Rückseite die Details. Dazu kommen Mitteilungen auf dem Sperrbildschirm, wenn sich etwas ändert.

  • Vorderseite: Logo, Kartenname, Stempel oder Vorteil, Prämie und ein QR-Code zum Scannen.
  • Rückseite: Bedingungen, Kontakt, die letzte Nachricht des Betriebs und bei seriösen Anbietern ein Link zum Abmelden von Nachrichten.
  • Updates: Kommt ein Stempel dazu, ändert sich die Karte von selbst. Auf dem iPhone erscheint dazu eine Mitteilung auf dem Sperrbildschirm.
  • Nachrichten: Hat der Gast zugestimmt, kann der Betrieb kurze Nachrichten schicken, die als Mitteilung erscheinen und auf der Karte stehen bleiben.
  • Standort-Hinweis: In der Nähe eines hinterlegten Geschäfts kann die Karte auf dem Sperrbildschirm auftauchen. Ob und wann, entscheidet das Handy.

Bei Stempelkarl meldet sich die Karte außerdem, wenn eine Prämie freigeschaltet wurde, und auf Wunsch mit Automatisierungen wie „Fast geschafft“, „Prämie läuft ab“ oder einem Gruß zum Geburtstag. Pro Gast geht höchstens eine Werbenachricht in 24 Stunden raus, und nur an Gäste mit Einwilligung. Wie du solche Nachrichten so schreibst, dass sie nicht nerven, steht im Ratgeber zu Push-Nachrichten und DSGVO.

iPhone und Android: die Unterschiede

Für den Gast fühlt sich die Karte auf beiden Systemen ähnlich an. Unter der Haube arbeiten Apple und Google aber verschieden, und das merkt man an einigen Stellen.

iPhone (Apple Wallet)Android (Google Wallet)
Wallet-Appauf jedem iPhone vorinstalliertauf vielen Geräten vorinstalliert, sonst im Play Store
Karte speichern„Zu Apple Wallet hinzufügen“„In Google Wallet speichern“
UpdatesHandy holt neue Version nach einer Push-MitteilungKarte wird bei Google aktualisiert
Mitteilung bei Änderungenfür ausgewählte Felder, etwa die Stempelzahlfür Nachrichten des Betriebs; bei anderen Feldern entscheidet Google
Standort-Hinweisbis zu 10 Orte je Karte, Vorschlag auf dem Sperrbildschirmbis zu 10 Orte, Mitteilung in einem von Google festgelegten Umkreis

Den Standort-Hinweis kann der Gast auf dem iPhone pro Karte abschalten. Die Grenze von zehn Orten nennen Apple in der Pass-Dokumentation und Google in der Beschreibung der Händlerstandorte. Wer mehr Filialen hat, wählt die nächstgelegenen pro Gast aus.

Datenschutz: Was erfährt der Betrieb über den Gast?

Der Betrieb erfährt nur, was der Gast beim Anlegen selbst einträgt, und die Besuche, bei denen gestempelt wird. Die Karte selbst kann nichts auf dem Handy auslesen, weder Kontakte noch Fotos noch den Standort.

  • Freiwillige Angaben: Gute Anbieter fragen nur das Nötigste, oft nur den Vornamen. Alles Weitere sollte freiwillig sein.
  • Einwilligung getrennt: Nachrichten nur, wenn der Gast ausdrücklich zugestimmt hat, nicht versteckt in den Bedingungen.
  • Abmelden einfach: Ein Tipp auf der Rückseite der Karte sollte genügen.
  • Standort bleibt beim Gast: Den Abgleich mit hinterlegten Orten macht das Handy beziehungsweise die Wallet, der Betrieb sieht nicht, wo sich jemand aufhält.
  • Karte löschen: Löscht der Gast die Karte aus der Wallet, erreichen ihn darüber keine Nachrichten mehr.

Stempelkarl fragt nur den Vornamen verpflichtend ab. Ob Nachname, E-Mail und Postleitzahl dazukommen, stellt der Betrieb ein; den Geburtstag (nur Tag und Monat) gibt der Gast freiwillig an, gespeichert wird er nur mit Einwilligung in Nachrichten. Nachrichten gehen nur an Gäste mit Einwilligung, abmelden geht mit einem Tipp, und die Server stehen in Frankfurt am Main. Mit diesen Angaben lernst du deine Stammgäste kennen, statt im Dunkeln zu raten. Was ein solches Programm insgesamt leisten kann, beschreibt der Ratgeber zum Bonusprogramm für kleine Unternehmen.

In fünf Schritten zur eigenen Wallet-Kundenkarte

Wenn du dich für einen Dienst entscheidest, ist der Weg zur ersten Karte kurz:

  1. Leg Prämie und Stempelzahl fest, so wie bei der digitalen Stempelkarte beschrieben.
  2. Gestalte die Karte mit Logo, Farben und einem klaren Prämientext.
  3. Lege fest, wie an der Theke gestempelt wird: per QR-Scan mit dem Handy oder über einen NFC-Stempel.
  4. Stell einen Aufsteller mit QR-Code sichtbar an die Kasse und biete die Karte aktiv an.
  5. Lege die Karte selbst ins Handy und teste alles einmal durch, bevor die ersten Gäste kommen.

Mit Stempelkarl kannst du das 30 Tage kostenlos ausprobieren: Jetzt testen. Die Konditionen danach findest du bei den Preisen.

Häufige Fragen

Kostet Apple Wallet oder Google Wallet für meine Gäste etwas?

Nein. Apple Wallet ist auf jedem iPhone vorinstalliert, Google Wallet ist auf vielen Android-Handys vorhanden oder kostenlos im Play Store. Das Speichern einer Kundenkarte kostet den Gast nichts.

Kann ich eine Apple-Wallet-Karte ohne Programmierkenntnisse erstellen?

Ja, mit einem Dienst. Der übernimmt Entwicklerkonto, Zertifikate und Server, du gestaltest die Karte nur noch in einem Editor. Selbst entwickeln lohnt sich meist nur mit eigenem Technik-Team.

Sieht der Betrieb, wo ich mich aufhalte?

Nein. Der Standort-Hinweis funktioniert so, dass das Handy beziehungsweise die Wallet die hinterlegten Orte mit dem eigenen Standort abgleicht. Der Betrieb bekommt diesen Standort nicht übermittelt.

Wie oft darf ein Betrieb Nachrichten auf die Kundenkarte schicken?

Das hängt vom Anbieter ab, und Nachrichten brauchen in jedem Fall die Einwilligung des Gastes. Sinnvoll ist eine feste Obergrenze, etwa höchstens eine Werbenachricht am Tag, und eine Abmeldung mit einem Tipp. Tipps dazu im Ratgeber Stammgäste zurückgewinnen.

Was ist der Unterschied zwischen Kundenkarte und Stempelkarte?

Kundenkarte ist der Oberbegriff für jede Karte, die einen Gast an einen Betrieb bindet, etwa mit Rabatt oder Punkten. Die Stempelkarte ist eine besondere Form, die Besuche zählt und nach einer festen Zahl belohnt. Beide lassen sich als Karte in Apple Wallet und Google Wallet umsetzen.

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